Umweltverträglichkeitsstudie UVS und Monitoring "Kirchheller Heide"

Prüfung der Umweltauswirkungen des Kohleabbaus durch das Bergwerk Prosper-Haniel der Deutschen Steinkohle AG (DSK) in einem naturschutzfachlich hochkomplexen Landschaftsraum. Aufgrund des Fortschreitens des Kohleabbaus und der Dynamik der Umweltauswirkungen begleitet ILS das Vorhaben mit einem kontinuierlichen Monitoring unter Verfahrensführung der Bezirksregierung Arnsberg.
Projektstart: 1992 (UVS), 1999 (Monitoring) Projektabschluss: 2020.

   

Aufgabenstellung

  • Durchführung einer UVS-Pilotstudie in der Kirchheller Heide, einem 86 km² großen, reich strukturierten Freiraum am Rande des nördlichen Ruhrgebiets
  • Standardisierung der Methoden und Inhalte der Pilotstudie als UVS-Musteranforderungsprofils für sämtliche Abbau-Vorhaben der DSK
  • Projektsteuerung des Monitorings mit Prognose und Beurteilung der Auswirkungen des Steinkohleabbaus über einen Zeitraum von 20 Jahren
  • Regelmäßige landschaftspflegerische Fachbeiträge zur sukzessiven Durchführung der Eingriffsregelung
  • Sicherung der Nachhaltigkeit von gegensteuernden und kompensatorischen Maßnahmen
  • Dokumentation im Projekthandbuch.

Besonderheiten

Die Bergsenkungen infolge des Steinkohleabbaus verursachen sukzessive Veränderungen des Standortpotentials, insbesondere des Wasserhaushalts, die zu dynamischen Veränderungen der Landschaft führen.

   

Innovative Leistungen ILS:

1. Zur Umweltverträglichkeitsprüfung

Für dieses spezielle Projekt entwickelte ILS die „Prozess-Umweltverträglichkeitsstudie“. Diese UVS wird dem Langfristprojekt mit einem innovativen methodischen Instrumentarium gerecht. Dazu gehört beispielsweise im Rahmen des UVS-Musteranforderungsprofils:

 
  • Entwicklung eines Biotop- und Nutzungstypen-Kartierschlüssels für den Landschafts- und Siedlungsraum
  • Aufbau einer Access-Datenbank zur Bestandserfassung von:
    • Biotop- und Nutzungstypen
    • Fauna
    • Fließ- und Stillgewässer
  • Entwicklung eines EDV-Konzepts für die GIS-gestützte Analyse und Prognose inklusive Kartenerstellung
  • Spezielle Methodenentwicklung der Sukzessionsprognose auf naturwissenschaftlicher Grundlage
  • Veränderungsprognose Fließ- und Stillgewässer
  • Auswirkungsprognose Raumnutzungen.
 

2. Zum kontinuierlichen Monitoring

ILS entwickelte das Musteranforderungsprofil „Monitoring in Einwirkungsbereichen des Steinkohlenbergbaus“. Seit 2003 ist dieses Profil verbindlich für alle Monitoringgebiete der DSK.

 
  • Verknüpfung von Computer-Simulationen (Senkungs-, Gelände-, Grundwassermodell) mit terrestrischen Erhebungen (Gewässer, Boden, Vegetation, Waldzustand, Tierwelt) und Fernerkundungsmethoden (Satelliten- und Infrarot-Aufnahmen)
  • Verifizierung der fortlaufenden, zweijährlichen Auswirkungsprognosen
  • Aktualisierung der Eingriffbilanz aufgrund der Monitoringergebnisse
  • Aufgrund der speziellen Betroffenheit von Natura 2000-Gebieten stellt die fortlaufende Untersuchung dieser Gebiete mit der Erarbeitung regelmäßiger Berichte an die EU-Kommission einen wesentlichen Aspekt des Monitorings dar.

Dauerprobestellen an Fließgewässern

Probestelle im Auswirkungsbereich

 

 

Kooperationen im Projekt:

  • Entwicklung des EDV-Konzepts für die GIS-gestützte Kartenerstellung zusammen mit DSK AG, Abteilung BGG, Herne
  • Entwicklung des UVS-Musteranforderungsprofils zusammen mit Froelich & Sporbeck, Bochum
  • Veränderungsprognose Fließ- und Stillgewässer zusammen mit Lippeverband, Essen
  • Digitales Grundwassermodell durch Ingenieurgesellschaft delta h, Dortmund
  • Technische Ausführung der Access-Datenbank durch Büro Ökologis, Bremen.
 

 

Weitere Informationen zum Projekt:

  • Bereits 1997 veröffentlichte ILS im UVP-Report (2/97) einen Fachbeitrag über die Notwendigkeit eines abbaubegleitenden Monitorings für den Steinkohlenabbau und lieferte dafür erste konzeptionelle Grundlagen.
  • Im Beschluss zur Kirchheller Heide vom 12. April 2001 wurde durch die Planfeststellungsbehörde das Monitoring für den Steinkohlenbergbau verankert und danach für sämtliche weiteren entsprechenden Vorhaben festgeschrieben.
  • Die Bezirksregierung Arnsberg richtete 2001 die „Entscheidungsgruppe Monitoring“ als ständiges Gremium ein, in dem sämtliche zuständigen Fachbehörden, Gebietskörperschaften und Naturschutzverbände vertreten sind. Bei den regelmäßigen Gesprächen stellt ILS die gutachterlichen Befunde vor. Dabei bestätigen die bisherigen Monitoringergebnisse die Richtigkeit des methodischen Vorgehens und der Prognosen.
 

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