Umweltplan Mönchengladbach

Anforderung

Der Berücksichtigung der Umweltbelange bei der Umsetzung von kommunalen Planungsvorhaben kommt im Zuge der gesetzlichen Vorschriften ein hoher Stellenwert zu (vgl. BauGB, UVPG etc.). Zudem müssen geeignete Arbeits- und Entscheidungshilfen für den Abwägungsprozess in Politik und Verwaltung zur Verfügung gestellt werden, um eine fachübergreifende Planung und die Berück-sich-tigung der Schutzgüter gemäß UVPG zu ermöglichen.

 

Diesen Anforderungen entsprechend wurde der Umweltplan im Auftrag der Stadt Mönchengladbach in Abstimmung mit den Fach-bereichen Stadtentwicklung und Planung sowie Umweltschutz und Entsorgung erarbeitet. Somit liegt ein anwendbares, fort-schrei-bungsfähiges, edv-gestütztes Planungsinstrument vor, welches die Umweltsituation in Mönchengladbach zusammen-fassend darstellt und eine querschnittsorientierte Betrachtung aller Umweltmedien ermöglicht. Bezugsebene ist dabei der Maßstab der gesamtstädt-tischen Planung.

   

Vorgehensweise

Das Stadtgebiet umfasst ca. 17.000 ha mit einer Einwohnerzahl von rund 267.000 (Stand 2003). Aus Umweltsicht wurden insgesamt 488 weitgehend homogene Räume als sogenannte Raumeinheiten abgegrenzt (Abb. 1).

 


Abb. 1: Raumeinheiten

 

Hierfür wurden politische Grenzen, die Grenzen der im Landschaftsplan ausgewiesenen Schutzgebiete, der bestehende Flächennutzungsplan, Bebauungspläne sowie fachspezifische Informationen, Gutachten und Planungen berücksichtigt. Den Raumeinheiten wurden gemäß ihrer prägenden Nutzungsmuster Flächenkategorien wie beispielsweise Naturschutzgebiet, Wasserschutzgebiet, Ackerflur, Wald, Dörflicher Siedlungsbereich, Städtischer Siedlungsbereich, Industrie/Gewerbe, Landschaftliche Freifläche und Verkehrsfläche zugeordnet.

   

Raumeinheitendatenbank

Zur eindeutigen Identifikation wurde den Raumeinheiten eine sogenannte Identifikationsnummer (Flächen-ID) zugewiesen, welche die Verwaltung der Raumeinheiten in einer Datenbank sowie die Verknüpfung mit einem GIS-Programm ermöglicht. Die Datenbank umfasst die „Literatur-Datenbank“ und die „Raumeinheiten-Datenbank“ (Abb. 2).

 


Abb. 2: Raumeinheitendatenbank

 

Die Raumeinheiten-Datenbank enthält umfassende Informationen, wie z.B.:

  • Flächen-ID und Name der Raumeinheit
  • Beschreibung der Raumeinheiten (Biotoptypenzusammensetzung, Flächengröße o.ä.)
  • Zuweisung zu rechtlich festgesetzten Schutzgebieten wie Naturschutz-, Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebieten
  • Flächenverbund bzw. Wechselwirkungen mit anderen Raumeinheiten
  • Schutzgutspezifische und schutzgutübergreifende Kernaussagen zur Umweltsituation (inkl. Literaturverweise).

 

Für jedes Schutzgut ist ein Datenblatt angelegt, auf dem sich eine Beschreibung sowie Angaben über Ziele und Maßnahmen aus der Literatur befinden. Für das gesamte Stadtgebiet erfolgte auf diese Weise die Erfassung der einzelnen Raumeinheiten.

   

Kartographische Darstellung
mit einem Gis-Programm

Abb. 3: Bewertung Schutzgut Landschaft

 

Auf Grundlage der erhobenen Umweltinformationen wurde für jedes Schutzgut eine Vorschrift zur Bewertung der vorhandenen Qualitäten entwickelt. Die Bewertung wird in der Datenbank angezeigt und kann in einem GIS-Programm kartographisch dargestellt werden (Abb. 3).

Abb. 4: Leitbildräume

 

Im Rahmen des Umweltplanes wurden 25 Leitbildräume definiert (Abb.4) Diese konkretisieren die umweltbezogenen Entwicklungsvorschläge und planerische Zielvorstellungen.

 

Des weiteren wurden Umweltqualitätsziele formuliert, welche den Raumeinheiten entsprechend der vorherrschenden Umweltausstattung zugewiesen werden.

 

Umweltqualitätsziele

  • Schutz
  • Erhalt und qualitative Entwicklung
  • Entwicklung und Verbesserung
  • Neustrukturierung

Zielzuweisung

Abb. 5: Zielzuweisung Ziel 2.11 "Verbundfunktion"

Abb. 6: Übergreifende Umweltaspekte

   
 

Abb. 7: Darstellung und Statistik der im Stadtbezirk Rheindahlen ausgewiesenen Raumeinheiten

Die Bewertungen und Zielsetzungen können dabei stadtbezirks- bzw. stadtteilsbezogen dargestellt werden. Ebenfalls erfolgte eine umweltbezogene Beschreibung der politischen Einheiten (Abb. 7).

 

Der Umweltplan dient als ein informeller Fachbeitrag auf Ebene der gesamtstädtischen Planung.

Der Umweltplan leistet

  • Integrative und gesamtheitliche Betrachtung der Umweltschutzgüter gemäß UVPG sowie Darstellung schutzgutübergreifender Aspekte und umweltrelevanter stadtgebietsübergreifender Bezüge
  • Verwaltung der verfügbaren Unterlagen unterschiedlicher Aktualität, räumlicher und inhaltlicher Deckung sowie planerischer Verbindlichkeit in der Literatur-Datenbank
  • Verwaltung der räumlich konkretisierten Umweltinformationen in der Raumeinheiten-Datenbank
  • Intelligentes Datenbankkonzept in Verknüpfung mit GIS-Darstellungen
  • Erarbeitung räumlicher Leitbilder sowie der Umweltqualitätsziele und -standards
  • Bessere Handhabbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Umweltinformationen als Grundlagen für die planerische und politische Abwägung.
  • Intelligentes Datenbankkonzept in Verknüpfung mit GIS-Darstellungen

Vorteile des Umweltplanes

  • Operationales, dynamisches Planungsinstrument
  • Konkrete räumliche Zuweisung vorhandener Umweltinformationen, diese sind als Datenpool verfügbar
  • Flexibilität des Gesamtsystems
  • Einbindung in die vorhandene Planungssystematik
  • Nutzung bestehender EDV-Systeme
  • Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse und methodische Transparenz
  • Fortschreibungsfreundlichkeit und Möglichkeit zur weiteren Detaillierung.

Damit die Umweltbelange entsprechend aktuell und in ihrer Gesamtheit berücksichtigt werden können, ist eine regelmäßige Fortschreibung des Umweltplanes von großer Wichtigkeit. Hierdurch wird die Anwendbarkeit im Rahmen der kommunalen Planung kontinuierlich und nachhaltig ermöglicht und der schnelle Zugriff auf aktuelle gesammelte Umweltdaten gewährleistet.

   

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